Sägebock für Brennholz-Meterscheite

Mein Brennholz trockne ich als Meterscheite und schneide sie dann mit der Motorsäge auf 33 cm fertige Ofenlänge. Bisher habe ich die Meterscheite direkt auf dem Stapel geschnitten oder mit Unterlage am Boden liegend. Ich habe mir schon länger die Stapelböcke im Internet angesehen, mit denen man eine größere Menge Scheite auf einmal zuschneiden kann. Letztes Jahr hatte ich dann die Gelegenheit, einen solchen Sägebock (einen recht billigen) auszuprobieren und war sofort überzeugt. Die Arbeitserleichterung ist merklich.

Was mir an dem geliehen Sägebock nicht so gut gefallen hat, war, dass er komplett aus Metall war und man mit der Säge bis auf wenige Zentimeter nahe an den Metallrungen entlang schneiden musste, um die gewünschten 33 cm Länge zu erhalten. Es fehlten auch Markierungen für die entsprechenden Längen, so dass man erst mal messen musste, bevor man lossägen konnte. Wer damit leben kann (die Markierungen kann man ja auch selber anbringen), kann mit so einem 30 bis 40 Euro billigen Sägebock nichts verkehrt machen. Aber gut, ich bastle halt gerne, also habe ich mir den für mich optimalen Sägebock selber gebaut. Den Sägebock und den Bau stelle ich in diesem Beitrag vor.

So sieht meine Variante eines Sägebocks für Meterscheite aus.

Sägebock im zerlegten Zustand
Der Sägebock im zerlegten Zustand. Die Außenmaße betragen ohne die seitlichen Rungenhalter und die überstehenden Rungen 78 x 30 x 20 cm (LxBxH).

Sägebock im aufgebauten Zustand mit ein paar Meterscheiten bestückt.
Der aufgebaute Sägebock. Mehr Meterholz hatte ich leider gerade Vorort nicht zur Verfügung. Vollbeladen passen ungefähr 0,25 Ster in den Sägebock.

Wichtig waren mir für meinen Sägebock folgende Punkte:

  • Nicht zu breit, so dass meine Motorsäge mit einem 38 cm Schwert den Stapel mit einem Schnitt durchtrennen kann.
  • Möglichst alles aus Holz. Metall und Motorsäge passen nicht so recht zusammen. Wie man an den Bildern sieht, ist mir das nur zum Teil gelungen. Mehr dazu unten im Text.
  • Genug Abstand zu den Rungen, so dass man die Rindenstütze der Motorsäge einsetzen kann ohne dass die Rungen im Weg sind. Das geht bei üblichen Motorsägen eigentlich nur, wenn sich seitlich nur drei Rungen befinden und nicht wie häufig bei käuflichen Sägebocken vier. Das bedeutet aber, dass man das Holz nicht auf 25 cm schneiden kann, was mich nicht stört, ich säge alles auf 33 cm.
  • Robust.
  • Stabiler Stand.
  • Markierungen, um das Holz in der gewünschten Länge abschneiden zu können, ohne messen zu müssen.
  • Schnell und werkzeuglos aufzubauen und zu zerlegen.
  • Kompakt im zerlegten Zustand.

Eigentlich wollte ich den Sägebock komplett aus Holz fertigen, also auch die Rungen. Ich habe etwas mit Kanthölzern experimentiert. Bei einer Länge von fast einem Meter braucht es schon Kanthölzer von mindestens 55 x 35 mm, so dass sie sich nicht zu sehr verbiegen, wenn der Sägebock mit Brennholz beladen wird. Da geht man ja in der Regel nicht vorsichtig vor. Die Scheite werden nicht alle wie auf Samt gebettet eingelegt sondern auch mal reinfallen gelassen.
Damit die Kanthölzer gut am Korpus halten, wären entweder passende Rungenhalter notwendig oder sie müssten mit zwei Schrauben mit dem Korpus verschraubt werden. Rungenhalter für solche eher schmalen Kanthölzer habe ich keine gefunden. Also hätte ich Schrauben verwenden müssen. Aber bei sechs Rungen wären das 12 Schrauben gewesen. Das hätte aber meinen Wunsch nach einer schnellen Montag bzw. Demontage widersprochen. Bei dem ausgeliehenen Sägebock konnte man die Metallrungen einfach in passende Vierkantrohre stecken, ohne weitere Schrauben. Das ging echt fix. So wollte ich das auch.
Da die Metallrungen beim Durchtrennen der Scheite bei meinem Sägebock mindestens 10 cm weit weg von der Kette der Motorsäge sind und man bei diesem Abstand – anders als bei dem geringen Abstand beim geliehenen Sägebock – nicht mal so aus Versehen in die Rungen sägen kann, habe ich mich doch für Vierkantrohre aus Eisen entschieden. Im Nachhinein hätte ich des Gewichts und des Aufwands des Lackierens wegen wohl doch eher Aluminimum verwenden sollen.

Die Rungenhalter habe ich aus einem 25 x 25 mm x 1,5 mm Vierkantrohr zurechtgeschnitten.

Zuschneiden der Rungenhalter
Aus einem 25 x 25 mm Vierkantrohr mit einer Wandstärke von 1,5 mm wurden die Rungenhalter heruntergeschnitten.

Sechs Rungenhalter
Die sechs Rungenhalter.
Bohren eines 6 mm Lochs in einen Rungenhalter.
Beim Bohren verwende ich immer Bohröl aus der Dose.

Jeder Rungenhalter soll mit zwei M6-Schrauben am Korpus befestigt werden. Die obere Schraube ist dabei eine mit Senkkopf, so dass die Runge am Schraubenkopf vorbeigeht und in den Rungenhalter eingeführt werden kann und die untere Schraube ist eine mit Sechskantkopf, der als Anschlag dient, so dass die Runge unten nicht durchrutscht. Zunächst wurde jeder Rungenhalter mit einem kleinen Bohrer von oben durchbohrt (Ober- und Unterseite). Die Unterseite wurde dann auf 6 mm für die M6-Schrauben aufgebohrt und die Oberseite auf ca. 12 mm, so dass man die Schrauben einführen kann bzw. ein Senker, um für die Senkkopfschraube das Loch entsprechend zu senken.

 

Zuschnitt der Tiele für die Längsseiten aus einer 21mm starken Multiplexplatte an der Mafell Erika Tischkreissäge.
Zuschnitt der Seitenteile an der Mafell Erika.

Den Korpus habe ich aus Resten an Multiplexplatten gebaut. Die Längsseiten sind aus 21 mm starken Multiplex, der Rest aus 18 mm.
Damit die Teile leichter zum Verleimen platziert werden konnten, habe ich mit Lamellos gearbeitet. Als Leim habe ich direkt an den Lamellos einen Holzleim verwendet. Da dieser nicht wirklich wasserfest ist, habe ich an den Kanten einen Montagekleber verwendet.

Frästen der Schlitze für die Lamellos.
Fräsen der Schlitze für die Lamellos mit der Lamello-Fräse.

Verleimen des Korpuses.
Verleimen des Korpuses.

Durch Ausmessen der Diagonalen und leichtes Schrägansetzen der Zwingen wurde sichergestellt, dass sich der Korpus im rechten Winkel befindet. Den Korpus habe ich nach dem Aushärten des Klebers noch zusätzlich verschraubt.

Die Rungen und Rungenhalter. An den Rungen sind die auf zwei Seiten angebrachten Aluminiumstreifen zu sehen.
Die Rungen und Rungenhalter. An jeweils zwei Seiten wurde an den Rungen ein dünner Aluminiumstreifen aufgeklebt, so dass die Rungen weniger Spiel in den Haltern haben.

Die Rungen selbst sind ein Meter lang und bestehen aus einem 20 x 20 mm Vierkantrohr mit einer Wandstärke von 1,5 mm.  Die Rungenhalter haben ein Innenmaß von 22 x 22 mm. Zwischen Rungen und Rungenhalter sind also zu jeder Seite hin 1 mm Luft. Damit die Rungen in den Haltern etwas weniger Spiel haben, habe ich auf zwei Seiten der Rungen einen Streifen Aluminiumblech mit 2K-Epoxi-Kleber aufgeklebt. Die Dicke des Aluminiumblechs ist 0,8 mm.

Die lackierten Rungen und Rungenhalter.
Die lackierten Rungen und Rungenhalter.

Die Rungen und Rungenhalter wurden gründlich von dem Schutzöl mit Aceton und Waschbenzin gesäubert, mit Rostschutzfarbe gestrichen und abschließend lackiert.

Das Brennholz soll auf drei herausnehmbare Auflagen aufliegen. Diese sind ca. 10 cm höher als der Korpus. Damit ist genug Abstand hergestellt, damit mit der Säge nicht in den Korpus geschnitten werden muss. Die Auflagen sind über Leisten an der Seite geführt, so dass sie nicht verrutschen können. Man kann den Sägebock auch seitlich kippen, um zum Beispiel das durchtrennte Holz aus dem Sägebock heraus zu kippen, ohne dass die Auflagen herausfallen.

Die drei Böcke, auf denen das Brennholz aufliegen wird.
Auf diesen herausnehmbaren Auflagen soll das Brennholz aufliegen. Die Auflagen stellen den Abstand zwischen Brennholz und Korpus her, so dass mit der Motorsäge nicht in den Korpus geschnitten werden muss.

Die drei Böcke, auf denen das Brennholz aufliegen wird. Mit den Führungsleisten an der Seite, so dass diese nicht verrutschen können.
Um ein Verrutschen oder herausfallen zu verhindern, sind die Auflagen seitlich durch Leisten geführt..

Die Auflagen können auch von unten in den Korpus eingeführt werden und bilden so eine Art Boden. In die so entstandene „Kiste“ können die restlichen Bestandteile des Sägebocks gelegt werden.

Damit das Ganze einen sicheren Stand bekommt, habe ich noch zwei ca. 50 cm breite Stützen am Stichsägentisch grob ausgeschnitten und dann mit Raspel, Feile und Schleifpapier in Form gebracht. Die beiden Stützen werden mit Schloßschrauben und Flügelmuttern befestigt, so dass sie werkzeuglos montiert bzw. demontiert werden können.

Zuschneiden einer Stütze am Stichsägentisch.
Die Stützen wurden mit der Stichsäge ausgeschnitten.

 

Zuschneiden einer Stütze am Stichsägentisch.
Oft brauche ich den Stichsägetisch nicht. Da die Stützen relativ groß sind, ginge es hier auch ohne. Aber angenehmer arbeiten lässt es sich schon als mit der handgeführten Stichsäge, finde ich zumindest.

Damit man sich beim Beladen des Sägebocks nicht an den Kanten der Rungen verletzen kann,  z.B. am Unterarm, wenn das Brennholz in den Sägebock gelegt wird oder am Auge, wenn man sich bückt, habe ich die Enden mit Stöpseln verschlossen. Eigentlich wollte ich diese gleich einkleben. Da sie aber sehr fest sitzen, habe ich darauf erst mal verzichtet. Mal sehen, wenn sie locker werden, kann man sie ja immer noch festkleben.

Stöpsel für die Rungen.
Mit solchen Stöpseln wurde das obere Ende jeder Runge verschlossen.

Die Rungen wurden mit Stöpseln auf einer Seite verschlossen.
Die Stöpsel sollen Verletzungen beim Beladen des Sägebocks verhindern.

An einer Seite habe ich eine rechteckige Aussparung angebracht, in die die sechs Rungen passen. So fallen sie nicht umher.

An den Ecken eines Rechtecks wurden Bohrungenangebracht durch die mit der Sticksäge das Rechteck ausgeschnitten werden kann.
Über die Löcher an den Ecken der Aussparung….

 

Das ausgeschnittene Rechteck für die Rungen.
kann diese mit der Stichsäge ausgeschnitten werden.

So kann der Sägebock recht kompakt verstaut werden.

Der demontierte Sägebock stehend.
Der zerlegte Sägebock. Auflagen, Stützen und die Rungen finden im Inneren des Korpuses Platz. Die Rungen stehen natürlich über, aber so verstaut fallen sie wenigsten beim Transport nicht umher.

Der aufgebaute Sägebock, hier noch ohne Markierungen.
So sieht der aufgebaute Sägebock aus. In dem Bild fehlen noch die Markierungen bei 33 und 66 cm.

Am Korpus habe ich mit einem Edding Markierungen  bei 33 cm und 66 cm angebracht. An der rechten Auflage befindet sich ein einfahrbarer Peilstab. Richtet man danach die Meterscheite aus, liegen sie mittig auf dem Sägebock und können an den Markierungen durchtrennt werden. Der Peilstab ist ein Fiberglasfaserstab von einem Fahrradwimpel. Der bricht nicht so leicht wie ein Holzstab. Einen anderen Teil des Fahrradwimpels habe ich auch schon für die Ablänghilfe für die Motorsäge verwendet. Mal schauen wann die Stange des Wimpels komplett recycelt ist 😉

Die Klemmvorrichtung des Peilstabs.
Die Klemmvorrichtung für den Peilstab.

Der Peilstab erlaubt das mittige einlegen des Brennholzes in den Sägebock.
Der Peilstab erlaubt das mittige Einlegen der Brennholzscheite in den Sägebock.

Fertig.

Mal schauen wie sich der Sägebock in der Praxis bewährt. Ich habe ihn mal kurz ausprobiert, funktioniert soweit ganz gut. Was ich nicht bedacht habe: Das Kettenöl versaut den Korpus ganz schön. Aber gut, das ist ja kein Möbelstück. Relativ schwer ist das Ganze natürlich auch.

Was mir sehr gut gefällt ist, dass die Rungen beim Sägen nicht im Weg sind. Man kann die Motorsäge frei bewegen, ohne dass sie an einer der Rungen ansteht. So kann man dann auch bei Bedarf die Rindenstütze der Motorsäge ungehindert einsetzen. Das empfinde ich als großen Vorteil eines Sägeblocks mit drei Rungen auf jeder Seite gegenüber den Sägeböcken mit vier Rungen.

Was könnte man verbessern? Man könnte Kabelbinder als Ablänghilfe am oberen Ende der hinteren Rungen anbringen. Das würde das Zielen auf die 33/66cm-Markierungen am Korpus vereinfachen. Man beginnt mit dem Sägen ja doch fast 80 cm weit weg von diesen Markierungen. Zum Schutz des Korpuses könnte man noch an den Stellen, an denen gesägt wird, austauschbare Opferleisten aus Holz anbringen, falls man doch mal mit der Säge dem Korpus zu nahe kommt.

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